Man hört es immer wieder: „Den Auftrag hat er durch Vitamin B bekommen.“ „Du musst dir ein Netzwerk aufbauen!“ „It’s all about networking!“ Nicht nur als junger Student, sondern auch als alteingesessener Mitarbeiter werden wir regelmäßig damit konfrontiert, dass ein Netzwerk uns beruflich und privat weiterbringt. 

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, ob diese Aussagen wirklich stimmen? Falls Sie noch nicht überzeugt sind, ob ein Netzwerk Sie wirklich weiterbringt, sollten Sie das unbedingt mal bei sich selbst überprüfen! Es reicht schon, wenn Sie sich allein Ihre jetzigen Kontakte anschauen und kurz überlegen, wann Sie das letzte Mal ihre Hilfe in Anspruch genommen haben – oder wann sie Ihnen etwas empfohlen haben, das Ihr Leben bereichert hat. Das kann ein Umzugsunternehmen sein, ein Job, oder ein Mentor ... 
 
Hoffentlich ist Ihnen dann klar, wie wichtig ein Netzwerk ist. Menschen mit einem großen Netzwerk haben mehr Möglichkeiten als andere. Doch haben Sie die Wichtigkeit erst erkannt, fragen Sie sich bestimmt: Wie bekomme ich ein großes Netzwerk?
 
Kontakte fliegen Ihnen nicht einfach zu. Es kostet Mühe und Zeit, ein Netzwerk aufzubauen und es dauerhaft zu erhalten. Daher ist es sinnvoll, bereits im Studium mit dem Networking zu beginnen – je früher desto besser. Dabei sollten Sie sich vor allem auf Menschen fokussieren, die ähnliche Ziele wie Sie selbst verfolgen. Auch erfolgreiche Menschen, die bereits da sind, wo Sie gerne hin möchten, sind für Ihr Netzwerk von großem Wert – sie können als Mentor agieren. 
 
Aber wie genau bauen Sie sich ein so wertvolles Netzwerk auf? Wir geben Ihnen ein Networking Starter Kit mit – 3 Tipps für erfolgreiches Networking. 

1. Erstellen und pflegen Sie Ihre Social Media Profile

Networking findet heutzutage vor allem online statt. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie auch eine professionelle Präsenz online haben. Profile bei Xing und LinkedIn sind also ein Muss – ebenso wie deren Vollständigkeit.
 
Betrachten Sie Ihre Profile wie einen Lebenslauf. Sie sollen darstellen, welche Erfahrungen Sie wann gemacht und welche Kenntnisse Sie wo erworben haben. Gehen Sie hier bitte auch ins Detail! Statt also nur zu schreiben „Marketing Management bei EY“, schreiben Sie lieber „Online Marketing Management bei EY: Content Management, Social Media Performance ...“ Zählen Sie also unbedingt auf, welche Aufgaben Sie konkret übernommen oder in welchen Projekten Sie sich engagiert haben. Bei Xing sind außerdem die Funktionen „Ich Suche“ und „Ich biete“ besonders wichtig, um das Profil zu vervollständigen. 
 
Wie kann eine vollständige Onlinepräsenz beim Netzwerk aufbauen helfen? Zum Einen, indem es Sie für andere auffindbar macht. Personaler und Networker nutzen diese Channels zur Mitarbeitersuche. Das verschafft Ihnen wertvolle Kontaktanfragen. Zum Anderen können Kontakte, die Sie woanders kennengelernt haben, Ihren Namen auf diesen Channels suchen und sich noch mal Ihren Lebenslauf anschauen. 
Für neue Kontakte ist es oft nicht leicht sich zu merken, mit welchen Kenntnissen Sie deren Netzwerk bereichern. Daher ist es sinnvoll, sich auf LinkedIn oder Xing noch einmal alle möglichen Zusammenarbeiten anzuschauen. Übrigens auch für Sie ein guter Tipp, sobald Sie offline jemand neues kennengelernt haben. 

2. Netzwerk aufbauen mit Networking Veranstaltungen

Der gute alte analoge Channel ist heutzutage immer noch sehr beliebt. Sie können also auch offline sehr gut networken – wenn nicht sogar besser als online! Kontakte, die sie offline finden, werden Sie besser im Gedächtnis behalten als Onlinekontakte. 
 
Das Netzwerk aufbauen geht offline ganz einfach durch Networking Veranstaltungen. Fachmessen und Kongresse eignen sich hierbei besonders gut. Studenten können auch auf Infoveranstaltungen oder Gastvorlesungen networken. Wie Sie sich wahrscheinlich schon denken können: Sämtliche Veranstaltungen, auf denen gleichgesinnte Menschen zusammen kommen, sind sinnvoll um Kontakte zu knüpfen.
 
Wollen Sie auf einer Veranstaltung Ihr Netzwerk aufbauen, sollten Sie drei Regeln beachten. Erstens: Gehen Sie aktiv auf andere zu! Warten Sie nicht erst darauf, dass Sie angesprochen werden. Wenn Sie sich aktiv Gesprächspartner suchen, werden Sie aus der Masse herausstechen. Zweitens: Legen Sie sich ein paar Gesprächsthemen zu recht. Smalltalk ist immer gut. Sie sollten auch einen kleinen Pitch über sich als Person und Ihre Ziele vorbereiten – zwei oder drei Sätze reichen vollkommen aus. Drittens: Verteilen Sie professionelle Visitenkarten an neue Kontakte. So bleiben Sie im Gedächtnis und können auch außerhalb der Veranstaltung in Verbindung bleiben.

3. Netzwerk pflegen

Neugefundene Kontakte sind nichts Wert, wenn Sie sie nicht pflegen. Bei einem guten Netzwerk zählt nicht die Masse sondern die Qualität der Bekannten. Was bringen Ihnen viele Kontakte, wenn Sie sich gegenseitig kaum kennen? Sie können niemanden um Hilfe bitten, dem Sie nicht selbst schon einen Dienst erwiesen haben – und sei es auch nur ein hilfreicher Rat. 
 
Wenn Sie also ein Netzwerk aufbauen und pflegen wollen, müssen Sie Ihre Bekannten öfter treffen, ihnen schreiben oder telefonieren. Viele Networker haben die Divise: Never brunch alone. Brunch ist eine tolle Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu bleiben. Laden Sie einfach jeden Tag einen anderen Kollegen oder Bekannten zum Brunch ein, um ihn oder sie besser kennenzulernen und sich auszutauschen.
 
Sie können eigentlich nur gewinnen. Wenn Ihr Gesprächspartner Sie langweilt macht das nichts, denn die Mittagspause dauert ja nicht lange. Im besten Fall ergeben sich aber neue berufliche Möglichkeiten. So manch einer hat beim Brunch schon große Aufträge an Land gezogen. 

Für uns als Personalberater gilt ein großes Netzwerk als Einkommensquelle. Es ist unser Job, Kontakte zu knüpfen und solche zusammen zu bringen, die voneinander profitieren würden. Die genannten 3 Tipps kommen also ständig bei uns zur Anwendung. Wir sind mindestens einmal im Monat auf Netzwerkveranstaltungen, auf LinkedIn sehr aktiv und treffen uns mehrmals wöchentlich mit wertvollen Kontakten zum Mittagessen.
 
Zwar ist es Teil unseres Jobs, doch sehen wir das Netzwerken weniger als Arbeit an, sondern natürlich auch als Vergnügen. Das ist der letzte Rat, den wir Ihnen mit auf den Weg geben wollen: Haben Sie Spaß dabei und genießen Sie die gemeinsame Zeit!