Wussten Sie, dass Arbeitsstress die häufigste Ursache für eine Krankmeldung ist? Schauen wir uns allein die Fehlzeiten mit einer Dauer von mindestens sechs Wochen an, ist ein Viertel davon Stress bedingt.
 
Dieser Anteil steigt seit Jahren. Dabei kostet bereits ein Krankheitstag den Arbeitgeber 250€! Erschreckend, nicht wahr? Schauen wir uns an, wie lange ein arbeitsstressbedingter Ausfall nun dauern kann, sind die Kosten immens: Ein Mitarbeiter mit Burnout fällt beispielsweise im Durchschnitt für 9 Monate aus. 
 
Wenn Sie dieser Entwicklung in Ihrem Unternehmen entgegenwirken wollen, ist es wichtig, die Signale für Arbeitsstress frühzeitig zu erkennen. Doch wie? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns zunächst eine andere stellen:

Was ist Arbeitsstress überhaupt?

Stress entsteht, wenn der Druck so hoch ist, dass Sie den Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. In diesem Zusammenhang bedeutet Arbeitsstress, dass ebenjener Druck durch die Arbeit erzeugt wird. Wenn der Druck nicht nachlässt und Sie sich zunehmend nicht in der Lage fühlen, Ihre Aufgaben nach Ihren persönlichen oder externen Anforderungen zu erfüllen, steigt das Stresslevel ungemein. 
 
Wenn Sie sich als Arbeitgeber also fragen, ob manche Ihrer Mitarbeiter an Arbeitsstress leiden, sollten Sie erst die zugeteilten Aufgaben überprüfen. Sind Sie sich wirklich sicher, dass die Aufgaben eine Person allein nicht überfordern?
 
Außerdem sollten Sie auf Symptome achten, die häufig bei Arbeitsstress auftreten. Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen sind die häufigsten folgen von Arbeitsstress. Der Kopf Ihrer Mitarbeiter ist so voll mit Verantwortlichkeiten, dass sie in keiner Minute ihres Lebens wirklich abschalten können.
 
Nicht einmal Schlafen können sie, auch wenn Entspannung gerade bei Stress besonders wichtig ist. Daraus folgt häufig noch eine gewisse Gereiztheit. Kein Wunder, schließlich sind Mitarbeiter in einer solchen Situation eher unzufrieden. Je nach Charakter kann es auch vorkommen, dass Teammitglieder schneller zu weinen anfangen, mehr rauchen oder häufiger Medikamente einnehmen. 
 
Gerade die beständige Einnahme von Medikamente sollte Sie stutzig machen. Hier erkennen Sie bereits, dass der Körper den physischen Stress nicht mehr lange mitmachen wird. Symptome können sich also sowohl emotional als auch im Verhalten und der physischen Erscheinung eines Mitarbeiters äußern.

Wo ist der Unterschied zwischen Arbeitsstress und Burnout?

Wenn Arbeitsstress nicht rechtzeitig erkannt und umgehend beendet wird, leidet der Mitarbeiter irgendwann unter Burnout. Länger andauernder Arbeitsstress führt häufig erst einmal zu Überarbeitung. Der Mitarbeiter versucht zunächst dem Druck standzuhalten und seinen Aufgaben bestmöglich gerecht zu werden – notfalls mit vielen Überstunden. 
 
Je länger er sich jedoch bemüht, desto mehr treten Konzentrationsverlust, Angespanntheit, Müdigkeit und emotionale Instabilität auf. Diese Beschwerden führen wiederrum dazu, dass der Mitarbeiter weder privat noch beruflich Funktionieren kann, was weiterhin frustriert. Ein Teufelskreis! 
 
Irgendwann kommt der Punkt, an dem das Teammitglied unter dem Druck zusammensackt – was als Burnout bezeichnet wird. Die Beschwerden können sogar chronisch werden, weshalb der Mitarbeiter oft 6-12 Monate ausfällt oder sogar irgendwann als arbeitsunfähig erklärt wird.
 
Mit Burnout ist nicht zu Spaßen. Sowohl psychisch als auch physisch kann der berufliche Burnout für einen Menschen sehr gefährlich sein. Als Arbeitgeber sollten Sie also alles daran setzen (nicht nur finanziell gesehen sondern auch menschlich), Arbeitsstress und Burnout zu vorzubeugen. 

So verhindern Sie Arbeitsstress und Burnout als Arbeitgeber

Arbeitsstress kann in vielerlei Hinsicht verhindert werden. Die wichtigen Punkte: Geben Sie Ihren Mitarbeitern Karrieremöglichkeiten, führen Sie Feedbackgespräche und lassen Sie Ihre Mitarbeiter bei der Verteilung und Durchführung von Aufgaben freie Hand.
 
Die meisten jungen Menschen wollen beruflich und menschlich an ihren Aufgaben wachsen – ohne überfordert zu werden. Geben Sie ihnen die Freiheit dafür! Außerdem sollten Sie nicht nur das Arbeitsumfeld im Blick haben, sondern sich auch für private Umstände interessieren. 
 
Ihre Mitarbeiter sind auch nur Menschen, die versuchen, eine gute Balance zwischen Berufs- und Privatleben zu halten. Denken Sie einmal darüber nach, ob Home Office Tage manche Mitarbeiter zeitweise entlasten könnten. 
 
Sie werden schnell merken: Wenn Sie Ihren Mitarbeitern entgegenkommen, erhalten Sie auch etwas zurück! 

5 Tipps gegen Arbeitsstress für Mitarbeiter

1. Werden Sie sich dem Problem bewusst
Um gegen Arbeitsstress vorzugehen, sollten Sie sich diesem erst einmal bewusst werden. Die Erkenntnis, dass Sie ein Problem haben, ist der erste Schritt zur Lösung. Durch das Lesen dieses Artikels haben Sie diesen Schritt wahrscheinlich schon getan!
 
2. Teilen Sie sich mit         
Nachdem Ihnen klar geworden ist, dass Sie unter Arbeitsstress leiden, sollten Sie es unbedingt jemandem erzählen. Das muss nicht gleich Ihr Chef sein. Es reicht schon, wenn Sie mit einem Kollegen oder Ihrem Lebenspartner darüber reden. Erzählen Sie ihnen, was Sie durchmachen und finden Sie gemeinsam heraus, was sie dagegen tun können.
 
3. Beobachten Sie Ihr Verhalten
Auch wenn Sie sich jetzt des Problems bewusst sind und mit einem Vertrauten bereits über Lösungsansätze gesprochen haben, sollten Sie sich selbst weiterhin beobachten. Es passiert schnell, dass man wieder in alte Muster zurückfällt. Sind Sie also weiterhin in der Spur oder droht der Arbeitsstress Sie schon wieder zu überrennen?
 
4. Gönnen Sie sich eine Pause
Dies ist wohl der wichtigste Tipp von allen. Legen Sie unbedingt regelmäßig eine Pause vom Alltag ein! Damit sind sowohl Pausen währen der Arbeit als auch Urlaubstage gemeint. Entspannen Sie sich! Besonders wenn Sie zuhause sind, sollten Sie auch mal Ihr Handy ausschalten, keine E-Mails mehr abrufen und vielleicht einfach mal raus in die Natur gehen.
 
5. Bewegen Sie Ihren Körper
Körperliche Bewegung hilft dabei einen klaren Kopf zu bekommen und weniger über die Arbeit nachzudenken. Melden Sie sich vielleicht einfach mal im Fitnessstudio an oder machen einen langen Spaziergang durch den Wald! 
 
Falls das alles nicht helfen sollte, denken Sie darüber nach, den Arbeitgeber zu wechseln. Schauen Sie sich hierfür gerne unsere aktuellen Stellenanzeigen an!